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MORGENPOST: Der „Super-GAU“ im Jugendamt

„RADIKALE WENDE!

Der „Super-GAU“ im Jugendamt

Von Sandra Schäfer

An jedem Tag im Jahr werden in Hamburg durchschnittlich fünf Kinder aus ihren Familien genommen, weil sie dort nicht gut aufgehoben sind. Polizei, Gerichte und Schulen melden mehr als 10000 Verdachts-Fälle auf misshandelte und vernachlässigte Kinder jährlich. Der Tod von fünf Kindern innerhalb von neun Jahren hat die Stadt aufgerüttelt. Politiker versuchen seit Jahren, den Kinderschutz zu stärken. Und nun stellt sich ein Praktiker hin und sagt sinngemäß: Alles war für die Katz.

Wie ein Held wird Matthias Stein (38) seit Donnerstag in etlichen Jugendämtern gefeiert. Der Abteilungsleiter aus dem Jugendamt Eimsbüttel ließ gestern im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) kein gutes Haar an den Reformen, die von der Politik nach jedem neuen toten Kind auf den Weg gebracht wurden. Stein: „Die Lage verschlechtert sich, wir brauchen eine radikale Wende!“

Yagmur (3) - das tote Mädchen aus Mümmelmannsberg.

Yagmur (3) – das tote Mädchen aus Mümmelmannsberg. Foto: RUEGA

Die Reaktionen: Ein Abteilungsleiter, der seinem Amt bescheinigt: „Das Jugendamt ist nicht arbeitsfähig.“ Ein Donnerschlag. Gestern folgte das große Schweigen der Verantwortlichen. Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) will sich nicht äußern, weil er womöglich selbst noch im PUA als Zeuge vernommen wird. Ebenso hält es Eimsbüttels Bezirkschef Torsten Sevecke (SPD).

Die Probleme: „Die Belastungen im ASD sind extrem hoch, statt neuer Kollegen gibt es neue Hierarchien“, sagt Sabine Meyer von Ver.di. Zentrales Problem: der ständige Wechsel von Fachkräften. „Kolleginnen werden schwanger, andere sind krank oder hören wieder auf“, berichtet eine ASD-Kollegin, die anonym bleiben möchte. Bis die Stelle dann nachbesetzt und die Kollegin eingearbeitet sei, vergehe viel Zeit. Allein in Eimsbüttel wechselten 15 Kollegen innerhalb von drei Jahren. Hamburgweit ist jeder zweite Sozialarbeiter beim ASD ein Neuling!

Die 11-jährige Chantal ist in HH-Wilhelmsburg an einer Ueberdosis Methadon verstorben.

Die 11-jährige Chantal ist in HH-Wilhelmsburg an einer Ueberdosis Methadon verstorben. Foto: HMP:Hamburger Morgenpost

 

 

Auch die Kleine Lara-Mia musste sterben. Sie wurde von ihrer Mutter vernachlässigt und unter anderem nicht mehr gefüttert.

Auch die Kleine Lara-Mia musste sterben. Sie wurde von ihrer Mutter vernachlässigt und unter anderem nicht mehr gefüttert. Foto: HMP:Hamburger Morgenpost

 

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http://www.mopo.de/nachrichten/-radikale-wende—der–super-gau–im-jugendamt,5067140,27351578.html

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